
Neben Bitcoin, der weltweit bekanntesten Kryptowährung, hat sich Ethereum als eine der führenden Blockchains etabliert. Doch was unterscheidet Ethereum von Bitcoin und was macht es so einzigartig? In diesem Artikel werfen wir einen genaueren Blick auf die Funktionsweise und Bedeutung von Ethereum.
Die Grundlagen und Geschichte von Ethereum
Erstmals wurde das Whitepaper von Ethereum am 27. November 2017 von Vitalik Buterin veröffentlicht. Das Whitepaper legte den Grundstein und beschrieb die Ziele sowie Grundlagen von Ethereum, es trug den Namen «Ethereum: A Next-Generation Smart Contract and Decentralized Application Platform». Am 1. April 2014 wurde das Yellowpaper von Dr. Gavin Wood veröffentlicht, welches die technische Definition von Ethereum bis ins kleinste Detail beschrieb. Der Verkauf von Ethereum startete im Sommer 2014 und dauerte rund 42 Tage, bezahlt wurde mit Bitcoin. Rund ein Jahr später im Sommer 2015 startete die Ethereum Blockchain und es konnten erstmals Transaktionen durchgeführt werden. Die Blockchain startete mit dem «Proof-of-Work» Konsensmechanismus und hat seit der Einführung eine bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen. Erst in jüngster Vergangenheit wurde der Konsensmechanismus von «Proof-of-Work» auf «Proof-of-Stake» geändert.
Bitcoin dient hauptsächlich als digitale Währung, Ethereum ist hingegen weit mehr als nur eine Kryptowährung, es gibt eine breite Palette von Anwendungsmöglichkeiten. Genauer beschrieben ist es eine dezentrale Plattform, die es Entwicklern ermöglicht, dezentrale Anwendungen (dApps) und Smart Contracts «Schlaue-Verträge» zu erstellen.
Die native Kryptowährung von Ethereum ist Ether (ETH) und kann ähnlich wie Bitcoin als digitale Währung verwendet werden, um Werte zu übertragen und Transaktionen durchzuführen. Überdies dient Ether als eine Art «Treibstoff» für die Blockchain, jede Interaktion mit dem Netzwerk erfordert Ether, um die Kosten für die Rechenleistung zu decken.
Smart Contracts und dezentrale Anwendungen (dApps)
Ein Smart Contract, auch bekannt als «schlauer Vertrag», ist ein automatisch ausführbarer Vertrag, der auf einer Blockchain gespeichert wird und sich selbstständig aktiviert, sobald bestimmte vordefinierte Bedingungen erfüllt sind. Es ist ein Programm, welches nach der WENN-DANN-Logik funktioniert. Tritt ein zuvor festgelegtes Ereignis ein, wird automatisch eine festgelegte Aktion ausgeführt. Die Blockchain-Technologie gilt als fälschungssicher, weshalb der Vorgang eines Smart Contracts vertrauenswürdig, transparent und nachvollziehbar ist.
Diese Verträge sind die Grundlage für die sogenannten dezentralen Anwendungen (dApps). Entwickler können Anwendungen erstellen, die nicht manipulierbar sind. Solche Anwendungen reichen von Finanzdienstleistungen wie Kreditvergabe und Crowdfunding bis zu dezentralen Börsen, Spielplattformen und NFT’s. Eine der bekanntesten Anwendungen ist Uniswap. Dies ist eine dezentrale Börse, die es erlaubt, Kryptowährungen gegeneinander zu tauschen. Bei zentralen Börsen geben Benutzer die Kontrolle über ihre Kryptowährungen dem dahinterstehenden Unternehmen ab, nicht so bei Uniswap. Die Benutzer haben jederzeit die Kontrolle über ihre eigenen Gelder. Ausserdem gibt es kein klassisches Order-Buch, jeder Benutzer kann Liquidität zur Verfügung stellt, was es ermöglicht sofort einen Tausch durchzuführen ohne zu warten, bis sich auf der anderen Seite einen Käufer findet.
Skalierbarkeit und die Zukunft von Ethereum
Ethereum ist wie jede dezentrale Blockchain mit der Herausforderung der Skalierbarkeit konfrontiert. Die Plattform wird von immer mehr Entwicklern und Benutzern genutzt, was ein positives Zeichen ist. Allerdings ist das Netzwerk häufig überlastet, was zu hohen Transaktionskosten und längeren Bestätigungszeiten führt, dies hat einen negativen Einfluss auf die Skalierbarkeit. Um dieses Problem anzugehen, wurde mit Ethereum 2.0 der Konsensmechanismus auf «Proof-of-Stake» angepasst. In den nächsten Updates planen die Entwickler weitere Funktionen, um die Skalierbarkeit zu erhöhen und Transaktionskosten zu senken. Ein Ansatz sind sogenannte Layer-2 Lösungen, die auf Ethereum aufbauen. Diese ermöglichen es, schnelle und günstige Transaktionen auf einem zweiten Layer durchzuführen, ohne die Sicherheit und Dezentralität zu verlieren. In den nächsten Updates planen die Ethereum Entwickler weitere Funktionen, um Layer-2 Lösungen voranzutreiben. Demzufolge ist davon auszugehen, dass die meisten Benutzer in Zukunft auf Layer-2 Lösungen wie Arbitrum oder Optimism ausweichen werden.
Schlussfolgerung:
Zweifellos hat Ethereum mit Smart Contracts und dezentralen Anwendungen das Potenzial, die Art und Weise, wie wir Finanztransaktionen durchführen, grundlegend zu verändern. Mit dem letzten Update von Ethereum 2.0 ist noch lange nicht Schluss, die Blockchain zieht immer mehr Entwickler an, um das Netzwerk ständig zu verbessern und die genannten Herausforderungen aus dem Weg zu räumen. Es bleibt spannend, wie sich mit den zukünftigen Updates die Layer-2 Lösungen weiterentwickeln, um den Benutzern ein immer besseres Anwendungserlebnis zu bieten.
